Sonnenbrand bei Kindern: Vorbeugung und Behandlung

Sonnenbrand bei Kindern: Vorbeugung und Behandlung

In den Sommermonaten ist das Spielen an der frischen Luft für Räuber, Piratinnen, Rabauken und Prinzessinnen die schönste Beschäftigung.


Und natürlich sind Räuberinnen und Co gegen die Sonneneinstrahlung immun, doch bei Kindern kann sie schnell zu Sonnenbrand führen. Deshalb sind hier die wichtigsten Tipps, um Sonnenbrand bei großen und kleinen Kindern vorzubeugen:

Sonnenbrand: Achtung, Krebsrisiko

Hast Du auch schon mal gedacht, dass ein Sonnenbrand wohl nicht so schlimm sein kann?

Damit bist Du sicher nicht alleine! 

Eine Langzeitstudie aus Norwegen hat allerdings gezeigt, dass Sonnenbrände im Kindesalter das Risiko für maligne Melanome (schwarzen Hautkrebs) und Plattenepithelkarzinome der Haut (hellen Hautkrebs) erhöhen

Die Forscher analysierten in der Norwegian Women and Cancer Study von 1991 bis 2018 Daten von 169.768 Frauen. Diese wurden alle fünf bis sieben Jahre zu ihrem Sonnenverhalten, Sonnenbränden usw. befragt.

Das Ergebnis: Frauen, die in der Kindheit häufig Sonnenbrände erlebten, hatten ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs.

Übrigens: Auch Frauen, die im gesamten Lebensverlauf immer wieder Sonnenbrände hatten, waren betroffen.

Jeder Sonnenbrand erhöht also das Risiko für Hautkrebs, deshalb ist es umso wichtiger empfindliche Kinderhaut zu schützen - auch im Frühling!

Sonnenbrand bei Kindern vorbeugen

  • Hoher Lichtschutzfaktor: Verwende eine Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor (mindestens SPF 30, besser noch höher), um Sonnenbrand bei Kindern zu vermeiden.

    Man unterscheidet zwischen chemischen Sonnencremes und mineralischen Sonnenfiltern. Chemische Filter dringen in die Haut ein und wirken dort erst nach ca. 30 Minuten. Der Vorteil: Sie lassen sich gut auftragen und ziehen schnell ein.

    Mineralische Sonnenfilter bilden eine Reflexionsschicht auf der Haut, d. h. sie machen die Haut weiß. Dafür dringen sie nicht in die Haut ein und sollten für Babys eher benutzt werden.

    Solange ihr euch in der Sonne aufhaltet, ist es wichtig, die Creme alle 30 Minuten zu erneuern, besonders bei starkem Schwitzen oder nach dem Schwimmen
  • Kopfbedeckung und UV Kleidung: Leichte Kleidung und ein Sonnenhut schützen nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder vor Sonnenbrand. Spezielle UV Kleidung, wie langärmelige T-Shirts oder Badeanzüge eignen sich vor allem für den Strandurlaub.
  • Sonnenbrille: Insbesondere im Schnee, am Wasser und auf den Bergen sollten auch die Augen der Kleinsten mit einer Sonnenbrille mit UVA und UVB Filter geschützt werden. Achte bei der Wahl der Sonnenbrille auf Blendenschutzfaktor Kategorie 3, Breitband UV Schutz 400 und darauf, dass die Brille keine bunten Gläser hat.
  • Trinken und Schatten: Auch wenn Kinder keinen Durst haben, oder das Trinken beim Spielen schlicht und einfach vergessen, solltest Du darauf achten, dass sie regelmäßig Flüssigkeit zu sich nehmen. Auch ein schattiges Plätzchen zum Ausruhen ist wichtig, damit es gar nicht erst zu einem starken Sonnenbrand bei Kindern kommt.
  • Sonnenpause: Gerade zur Mittagszeit, wenn die Sonne am stärksten ist, solltest Du die Zeit, die Du mit Deinem Kind in der Sonne verbringst, begrenzen. So kannst Du auch einem Sonnenstich vorbeugen.

Kinder lernen, indem sie ihre Bezugspersonen nachahmen. Deshalb ist der wichtigste Faktor, um Deinen Kindern beizubringen, ihre Haut vor der Sonne zu schützen, dass Du und andere Bezugspersonen als gutes Beispiel vorangehen.


Einen Sonnenbrand behandeln

Auch die besten Eltern können einen Sonnenbrand bei ihren Kindern nicht immer vermeiden. Kein Grund, sich deshalb Vorwürfe zu machen. Stattdessen den Sonnenbrand richtig behandeln, sobald sich eine Rötung zeigt.

  • Schmerzen lindern: Ibuprofen kann bei starkem Sonnenbrand auch bei Kindern helfen. 200 mg - 400 mg lindern die Schmerzen und drosseln den Entzündungsprozess. Achte dabei auf die richtige Dosierung für Dein Kind, diese kann je nach Körpergewicht variieren.
  • Kühlen und bedecken: Lege ein feuchtes Tuch auf die gerötete Haut oder verwende kühlende (nicht eiskalte) Gelpackungen für kleinere Stellen, um die Schmerzen zu lindern.

    Wenn der Kopf rot ist, wickel die Tücher auch um den Kopf und lege sie in den Nacken. Achte dabei darauf, dass Mund und Nase frei bleiben. Bringe das Kind in den Schatten und bedecke die betroffenen Hautstellen mit leichter Kleidung.
  • Behandlung: Trage geeignete Lotionen oder Gels auf die gerötete Haut auf und konsultiere bei Bedarf den Kinderarzt oder die Kinderärztin. Lotionen für Erwachsene sind nicht für empfindliche Kinderhaut geeignet. Kinderhaut braucht spezielle Pflege, damit keine Folgeschäden entstehen.

    Wenn große Hautflächen betroffen sind oder sich Blasen bilden, unbedingt eine Kinderärztin aufsuchen.
  • Vorsicht bei Hitzeerschöpfung: Achte auf Anzeichen von Hitzeerschöpfung und sorge dafür, dass Dein Kind ausreichend trinkt. Sollte Dein Kind in den Folgetagen nach dem Sonnenbrand Fieber oder Schüttelfrost bekommen, gehe in die Kinderarztpraxis. Dasselbe gilt, wenn sich Blasen bilden.
  • Notfall erkennen: Starker Sonnenbrand bei Kindern kann schnell zu einem Notfall werden. Wenn das Kind neben dem Sonnenbrand auch Anzeichen eines Hitzschlags oder Sonnenstichs zeigt (wie Bewusstlosigkeit), wähle sofort den Notruf 112.

    Wenn nach 20 Minuten Kühlen keine Besserung der Symptome (Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Nackenschmerzen, Unruhe, Wesensveränderung etc.) eintritt, gehe zum Kinderarzt bzw. in die Notaufnahme.

Hausmittel gegen Sonnenbrand

Auch Hausmittel haben bei der Behandlung von Sonnenbrand durchaus ihre Berechtigung. Es lohnt sich also, mal in den Vorratsschrank zu schauen.

  1. Kühlende Kompressen: Lege ein sauberes, kaltes Tuch oder eine kalte Kompresse auf die betroffenen Hautstellen. Das kann dazu beitragen, die Hitze zu lindern und die Haut zu kühlen.
  1. Aloe vera: Aloe vera Gel ist bekannt für seine beruhigenden und heilenden Eigenschaften bei Verbrennungen, einschließlich Sonnenbrand. Trage das Gel großzügig auf die gerötete Haut auf und lass es einziehen.

Nicht alle Hausmittel wirken bei allen Menschen gleich. Beobachte die individuelle Reaktion des Kindes und stelle sicher, dass die Haut vor der Anwendung sauber ist, um Infektionen zu vermeiden. Wenn der Sonnenbrand schwerwiegend ist oder sich verschlimmert, ist es ratsam, eine:n Arzt:Ärztin aufzusuchen.


Sonnenbrand Kindern erklären

Kinder lernen durch die eigene Erfahrung. Doch gerade bei einem Sonnenbrand möchte man die schmerzhafte Erfahrung und das damit verbundene Risiko, insbesondere bei Kinderhaut gerne vermeiden. Wie können wir also Sonnenbrand Kindern erklären?

Die meisten Kinder lieben Geschichte, warum also nicht den schmerzenden Sonnenbrand Kindern mit einer Geschichte erklären. Wir haben uns etwas für Euch ausgedacht:

Foto von Jeremiah Lawrence auf Unsplash

 

"Lilly und der Sonnenbrand"

Es war ein sonniger Tag im Städtchen Sonnenau, und die sechsjährige Lilly war aufgeregt, denn sie und ihre Familie planten einen Ausflug zum Strand. Lilly liebte es, im Sand zu spielen, Muscheln zu sammeln und im Meer zu schwimmen. Sie konnte es kaum erwarten, das kühle Wasser auf ihrer Haut zu spüren und sich den warmen Sand durch die Finger rieseln zu lassen.

Als sie endlich am Strand ankamen, strahlte die Sonne vom blauen Himmel herab, und der weiße Sand glitzerte im Sonnenlicht. Lilly war so aufgeregt, dass sie sofort ihre Sandburg baute und vergaß, sich mit Sonnencreme einzucremen. Sie war so vertieft in ihr Spiel, dass sie nicht bemerkte, wie die Sonne immer stärker wurde und ihre Haut langsam zu erröten begann.

Nach ein paar Stunden im Sand und im Wasser bemerkte Lillys Mutter, dass ihre Haut rot und warm war. "Oh nein, Lilly, Du hast einen Sonnenbrand bekommen!", rief sie besorgt aus. Lilly schaute an sich hinunter und sah, dass ihre Haut tatsächlich rot und schmerzhaft war. Sie bekam einen großen Schreck.

Ihre Mutter erklärte ihr sanft, dass die Sonne ein großer Feuerball war, der seine heißen Strahlen zur Erde schickte. Diese Strahlen konnten so heiß sein, dass man sich daran genauso verbrennen konnte, wie an einem Lagerfeuer. Deshalb war es wichtig, sich vor ihr zu schützen. Sie erklärte, dass Sonnenbrand nicht nur wehtun könne, sondern auch schädlich für die Haut sei.

Lilly verstand und versprach, beim nächsten Mal besser aufzupassen. Von diesem Tag an trug sie immer Sonnencreme auf, bevor sie nach draußen ging, und sie trug einen Sonnenhut und einen UV-Schutzanzug, um ihre Haut vor der Sonne zu schützen. Sie lernte, dass es wichtig war, auf ihren Körper zu hören und sich vor der Sonne zu schützen, um gesund und glücklich zu bleiben.

Als Lilly das nächste Mal zum Strand ging, dachte sie direkt daran, sich einzucremen, bevor sie ihre Sandburg baute.


Fazit: Vorsorge ist besser als Nachsorge

Sonnenbrand bei (kleinen) Kindern ist ein ernstes Thema und sollte keinesfalls unterschätzt werden. Die Studie aus Norwegen zeigt, dass Sonnenbrände im Kindesalter das Risiko für Hautkrebs erhöhen. 

Als Eltern und Bezugspersonen sind wir dafür verantwortlich, die Haut unserer Kinder zu schützen, weil sie es selber noch nicht können, oder verstehen.

Die drei Säulen des Sonnenschutzes sind: Schatten, UV Kleidung und Sonnencreme.

Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, das Tragen von Kopfbedeckungen und UV-Kleidung, Sonnenpausen während der Mittagszeit und regelmäßiges Trinken sind verhältnismäßig kleine Maßnahmen mit großer Wirkung.

Wenn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ein Sonnenbrand auftritt, sollten die Schmerzen gelindert, die betroffene Haut gekühlt und bedeckt und geeignete Lotionen oder Gels aufgetragen werden. Bei Anzeichen von Hitzeerschöpfung sofort ein:n Arzt:Ärztin aufsuchen.

Lasst uns gemeinsam als gutes Beispiel für unsere Kinder vorangehen und ihnen die Risiken von Sonnenbrand spielerisch erklären.

 

Foto von Vidar Nordli-Mathisen auf Unsplash

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